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3-8, 3-8, Weltmeister 
Juniorenweltmeisterschaft der 470er
2011
30.07.2011
Bericht von Annika Bochmann & Anika Lorenz

Vom 20.07 – 28.07.2011 fand die U22 Weltmeisterschaft der 470er in Medemblik (Holland) statt.

Nach nur einem freien Wochenende nach der Europameisterschaft in Helsinki (Finnland) reisten wir am 19.7.2011am Ijsselmeer an. Noch am selben Abend bauten wir die Schiffe auf, um am folgenden Tag gleich Vormittags aufs Wasser zu gehen, denn Nachmittags waren wir für die Vermessung eingetragen.


Auch die Junioren waren dabei - allerdings in getrennten Feldern

Am letzten Tag vor der Meisterschaft nahmen wir am Practice Race teil. Da die Startdisziplin bei diesem Rennen sehr zu wünschen übrig lässt, sollte man das Ergebnis nicht überbewerten, doch stimmte es uns positiv auf die kommenden Rennen, dass wir uns dort an der Spitze des Feldes behaupten konnten.


Die An(n)ikas nach Silber 2010 in Doha - die Medaille galt es zu verteidigen

Für die ersten drei Regattatage wurde uns Starkwind vorausgesagt, was nicht gerade unsere Paradedisziplin ist. Mit den Plätzen 3 und 8 konnten wir zufrieden sein. Doch machten wir uns selbst das Leben schwer, da wir uns durch schlechte Startkreuzen und Materialschwächen jedes mal aus dem Mittelfeld nach vorn kämpfen mussten.

Am zweiten Renntag legte der Wind noch etwas zu. Starke Schauerböen (bis 30 Knoten) machten das Segeln zu einer großen Herausforderung. Durch die geringe Wassertiefe brachen bei Kenterungen während der ersten beiden Tage ca. 15 Masten. Der starke Wind war auch der Grund, warum wir an diesem Tag nur eine Wettfahrt segelten, die wir mit Position 3 beendeten.

Mit den Platzierungen 3; 8; 3 nahmen wir den 3. Platz in der Gesamtwertung ein und durften uns zum ersten Mal einen roten Punkt in das Segel kleben.


Annika Bochmann - noch skeptisch

Diesen konnten wir  am dritten Tag ohne Probleme behalten, da zu dem starken Wind noch Regen kam und die Wettfahrtleitung wegen schlechter Sicht aus Sicherheitsgründen keine Wettfahrt startete.

Für uns Segler hieß es nun, dass in den nächsten drei Tagen 9 Läufe gesegelt werden müssen um die volle Anzahl an Rennen zu schaffen.

Der vierte Tag brachte eine 180° Wende in Sachen Windstärke. Sehr leichte und drehende Winde forderte von uns Seglern wieder ganz neue Leistungen ab. Mit einem Tagessieg und den Plätzen 8 und 3 setzten wir unsere Konstante Serie fort und übernahmen die Führung in der Gesamtwertung. Nebenbei mussten wir leider feststellen, dass die Wettfahrtleitung keine Skrupel zeigte auch Wettfahrten durchzuziehen, die wir Segler gern als „Schweinerennen“ bezeichnen, da der Wind aussetzte oder bis zu 90° drehte. Genau mit diesen Problemen hatten wir auch am darauffolgenden Tag zu kämpfen. Wir schafften nur einen Lauf, da der Wind nie länger als 30min durchhielt und dann auch noch die Richtung um 180° änderte. Für uns war das ein sehr glücklicher Tag. Nachdem wir als neunter ins Ziel kamen, sahen wir, dass drei unser direkten Konkurrenten wegen eines Frühstarts disqualifiziert wurden und 4 Teams mit einem Frühstart in dieser Wettfahrt vor uns in Ziel kamen, somit wurde aus dem 9. ein 5. Platz.


Titelverteidigerinnen: Victoria Jurczok & Fine Bach - BFD in Wettfahrt 7 - am Ende Fünfter

Mit 9 Punkten Vorsprung vor den derzeit zweitplatzierten Australierinnen gingen wir in den letzten Tag vor dem Medal Race. Für nachmittags war sehr guter Segelwind angesagt, doch leider ignorierte das die Wettfahrleiterin und zog zwei Wettfahrten durch, die bei uns Seglern und auch Trainern auf Unverständnis stieß, denn fair waren sie durch extreme Dreher und vollkommen aussetzendem Wind nicht mehr. Es waren auch die Wettfahrten die unsere konstante Serie durchbrachen. Mit den Plätzen 20 und 23 waren wir am Boden zerstört und den Tränen nahe. Es musste noch ein letztes gutes Rennen her, um die Gesamtführung zu halten und die Chancen auf Gold im morgigen Medal Race zu sichern. Mit einem kurzem Sprung ins kalte Wasser kamen wir wieder auf andere Gedanken und machten uns frisch für den letzten Lauf. Den konnten wir vor unseren direkten Verfolgern als Zweites beenden und als wir dann auf den Ergebnislisten sahen, dass wir auf jeden Fall am nächsten Tag auf dem Treppchen stehen würden, waren auch die letzten trüben Gedanken vergessen.


Die An(n)ikas - in diesem Jahr auch im IMMAC-Team

Mit einem 14 Punkte Vorsprung auf die zweitplatzierten Australierinnen und 16 Punkte auf das dritte Team aus Großbritannien gingen wir ins Finale der besten 10 Boote.

Solange wir nicht schlechter als 7. werden, war es uns egal was unsere Konkurrenz machte, denn der erste Platz wäre sicher. Doch so einfach war es nicht. Die Britinnen legten einen Start-Ziel-Lauf hin und unser zwischenzeitlicher 9. Platz gefährdete den Traum vom Sieg. Wir kämpften uns zurück auf den 6. Platz und freuten uns am Ende auf unser erstes  Gold bei einer Juniorenweltmeisterschaft. Mit einer kleinen Sektdusche auf dem Treppchen und einem Schluck aus dem Pokal  feierten wir unseren Erfolg.

 

In einer Woche geht es schon wieder weiter für uns. Die JEM in Niewport (Belgien) steht an. Neues Revier, neue Regatta, neue Herausforderungen, wir geben wieder unser Bestes. Und aktuelle Informationen gibt es immer auf unserer Homepage:

http://www.bochmann-lorenz-sailing.de/

 Ein großer Dank geht noch einmal an das Sailing Team Germany, die Immac Sailing Academy, den Verein Seglerhaus am Wannsee, dem Deutschen Seglerverband, der Deutschen Sporthilfe, dem Olympiastützpunkt SH und Berlin und natürlich unseren Familien und Freunden für die tolle Unterstützung!

 

 

 

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