Vom 20.07 – 28.07.2011 fand die U22
Weltmeisterschaft der 470er in Medemblik (Holland) statt.
Nach nur einem freien Wochenende nach
der Europameisterschaft in Helsinki (Finnland) reisten wir am 19.7.2011am Ijsselmeer
an. Noch am selben Abend bauten wir die Schiffe auf, um am folgenden Tag
gleich Vormittags aufs Wasser zu gehen, denn Nachmittags waren wir für die
Vermessung eingetragen.

Auch die Junioren waren dabei - allerdings in getrennten Feldern
Am letzten Tag vor der Meisterschaft
nahmen wir am Practice Race teil. Da die Startdisziplin bei diesem Rennen
sehr zu wünschen übrig lässt, sollte man das Ergebnis nicht überbewerten,
doch stimmte es uns positiv auf die kommenden Rennen, dass wir uns dort an
der Spitze des Feldes behaupten konnten.

Die An(n)ikas nach Silber 2010 in Doha - die Medaille galt es zu verteidigen
Für die ersten drei Regattatage wurde
uns Starkwind vorausgesagt, was nicht gerade unsere Paradedisziplin ist. Mit
den Plätzen 3 und 8 konnten wir zufrieden sein. Doch machten wir uns selbst
das Leben schwer, da wir uns durch schlechte Startkreuzen und Materialschwächen
jedes mal aus dem Mittelfeld nach vorn kämpfen mussten.
Am zweiten Renntag legte der Wind noch
etwas zu. Starke Schauerböen (bis 30 Knoten) machten das Segeln zu einer
großen Herausforderung. Durch die geringe Wassertiefe brachen bei
Kenterungen während der ersten beiden Tage ca. 15 Masten. Der starke Wind
war auch der Grund, warum wir an diesem Tag nur eine Wettfahrt segelten, die
wir mit Position 3 beendeten.
Mit den Platzierungen 3; 8; 3 nahmen wir
den 3. Platz in der Gesamtwertung ein und durften uns zum ersten Mal einen
roten Punkt in das Segel kleben.

Annika Bochmann - noch skeptisch
Diesen konnten wir
am dritten Tag ohne Probleme behalten, da zu dem starken Wind noch
Regen kam und die Wettfahrtleitung wegen schlechter Sicht aus Sicherheitsgründen
keine Wettfahrt startete.
Für uns Segler hieß es nun, dass in
den nächsten drei Tagen 9 Läufe gesegelt werden müssen um die volle
Anzahl an Rennen zu schaffen.
Der vierte Tag brachte eine 180° Wende
in Sachen Windstärke. Sehr leichte und drehende Winde forderte von uns
Seglern wieder ganz neue Leistungen ab. Mit einem Tagessieg und den Plätzen
8 und 3 setzten wir unsere Konstante Serie fort und übernahmen die Führung
in der Gesamtwertung. Nebenbei mussten wir leider feststellen, dass die
Wettfahrtleitung keine Skrupel zeigte auch Wettfahrten durchzuziehen, die
wir Segler gern als „Schweinerennen“ bezeichnen, da der Wind aussetzte
oder bis zu 90° drehte. Genau mit diesen Problemen hatten wir auch am
darauffolgenden Tag zu kämpfen. Wir schafften nur einen Lauf, da der Wind
nie länger als 30min durchhielt und dann auch noch die Richtung um 180° änderte.
Für uns war das ein sehr glücklicher Tag. Nachdem wir als neunter ins Ziel
kamen, sahen wir, dass drei unser direkten Konkurrenten wegen eines Frühstarts
disqualifiziert wurden und 4 Teams mit einem Frühstart in dieser Wettfahrt
vor uns in Ziel kamen, somit wurde aus dem 9. ein 5. Platz.

Titelverteidigerinnen: Victoria Jurczok & Fine Bach - BFD in Wettfahrt 7
- am Ende Fünfter
Mit 9 Punkten Vorsprung vor den derzeit
zweitplatzierten Australierinnen gingen wir in den letzten Tag vor dem Medal
Race. Für nachmittags war sehr guter Segelwind angesagt, doch leider
ignorierte das die Wettfahrleiterin und zog zwei Wettfahrten durch, die bei
uns Seglern und auch Trainern auf Unverständnis stieß, denn fair waren sie
durch extreme Dreher und vollkommen aussetzendem Wind nicht mehr. Es waren
auch die Wettfahrten die unsere konstante Serie durchbrachen. Mit den Plätzen
20 und 23 waren wir am Boden zerstört und den Tränen nahe. Es musste noch
ein letztes gutes Rennen her, um die Gesamtführung zu halten und die
Chancen auf Gold im morgigen Medal Race zu sichern. Mit einem kurzem Sprung
ins kalte Wasser kamen wir wieder auf andere Gedanken und machten uns frisch
für den letzten Lauf. Den konnten wir vor unseren direkten Verfolgern als
Zweites beenden und als wir dann auf den Ergebnislisten sahen, dass wir auf
jeden Fall am nächsten Tag auf dem Treppchen stehen würden, waren auch die
letzten trüben Gedanken vergessen.

Die An(n)ikas - in diesem Jahr auch im IMMAC-Team
Mit einem 14 Punkte Vorsprung auf die
zweitplatzierten Australierinnen und 16 Punkte auf das dritte Team aus Großbritannien
gingen wir ins Finale der besten 10 Boote.
Solange wir nicht schlechter als 7.
werden, war es uns egal was unsere Konkurrenz machte, denn der erste Platz wäre
sicher. Doch so einfach war es nicht. Die Britinnen legten einen
Start-Ziel-Lauf hin und unser zwischenzeitlicher 9. Platz gefährdete den
Traum vom Sieg. Wir kämpften uns zurück auf den 6. Platz und freuten uns
am Ende auf unser erstes Gold
bei einer Juniorenweltmeisterschaft. Mit einer kleinen Sektdusche auf dem
Treppchen und einem Schluck aus dem Pokal
feierten wir unseren Erfolg.

In einer Woche geht es schon wieder
weiter für uns. Die JEM in Niewport (Belgien) steht an. Neues Revier, neue
Regatta, neue Herausforderungen, wir geben wieder unser Bestes. Und aktuelle
Informationen gibt es immer auf unserer Homepage:
http://www.bochmann-lorenz-sailing.de/
Ein großer Dank geht noch einmal an das Sailing Team Germany, die
Immac Sailing Academy, den Verein Seglerhaus am Wannsee, dem Deutschen
Seglerverband, der Deutschen Sporthilfe, dem Olympiastützpunkt SH und
Berlin und natürlich unseren Familien und Freunden für die tolle Unterstützung!

